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Faule Kredite Petros Markaris

Faule Kredite

Petros Markaris

Published 2011
ISBN : 9783257067934
Hardcover
396 pages
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 About the Book 

Ein moderner Athener Regionalkrimi vor dem Hintergrund der Finanzkrise, in dem Bankmanager geköpft werden, hörte sich irgendwie sehr spannend an... aber...Leider wird die Regionalität der Geschichte weder durch grossartige Ortsbeschreibungen oder Restauranttipps untermauert, sondern der Lokalkolorit beschränkt sich bedauerlicherweise auf detaillierte Autoroutenbeschreibungen, wie man den täglichen Staus im Athener Stadtverkehr ausweichen kann und das in jedem Kapitel. Zwar kenne ich den Grossteil der beschriebenen Strassen durchaus genau, aber wen interessiert das schon. Mir ist sowieso diese Mentalität schleierhaft, in einem Moloch wie Athen, den die Athener nur etwas besser als Kalkutta bezeichnen, seit 2004 (sehr guter Ausbau der U-Bahn wegen Olympia) mit dem Auto fahren zu wollen und dann permanent zu jammern, dass man unpünktlich zu Terminen erscheint. Da kommen wir auch schon zu einem weiteren, sehr realistisch beschriebenen Punkt der griechischen Mentalität, der sehr unsymphatisch und in einem Buch nicht wirklich interssant ist. Das ewige Jammern, erst mit 60 und nicht mit 55 bei vollen Bezügen in Pension gehen zu können, und sich aufgrund der vielen Privatkredite nix mehr leisten zu können, Umsatzsteuer zahlen zu müssen, Belege ausstellen zu müssen... und die Deutschen sind an allem schuld und nicht die eigenen mafiösen Strukturen in denen jedes Geld verbrennt und versickert.Auch sprachlich ist der Krimi sehr hölzern formuliert,lediglich die Wirtschaftsbeschreibungen und ein paar Bonmots zur Krise sind lesenswert, was nicht verwundert, den der Autor hat Volkswirtschaft studiert z.B. Man sollte die Steuerhinterzieher ausweisen, die den Staat vierundzwanzig Milliarden schuldig sind, da sie auch in den nächsten achtzig harten Jahren keinen Groschen zahlen werden. Mit dem Wegfall der Steuerflüchtlinge sinken die Ausgaben, doch auf der Einnahmenseite entgeht uns gar nichts, weil die nützlichen Idioten hier bleiben, die brav ihre Steuern zahlen.“Warum der Autor seinen eigentlichen armenischen Namen Markarian hellenisiert hat, würd mich in diesem Zusammenhang auch mal brennend interessieren.Der Krimiplot des Romans bleibt zwar bis zum Schluss spannend, der Grund dafür ist aber, dass die Motivation des Täters sich mir überhaupt nicht erschliesst. Ein bisschen Wut auf die Banken hat doch jeder. Wenn wie am Beispiel des Täters in dieser Geschichte, ein von der Krise nicht betroffener Bürger schon so auszuckt und als Mastermind eines Rachefeldzuges agiert, dann würde weltweit kein Schädel mehr auf seinem Körper sitzen.Fazit: 2,5 Sterne also nix weltbewegendesP.S. Ach und wer es noch nicht weiss und mich des bösen Griechenbashings bezichtigt: Ich bin Halbgriechin - ich darf das! --)